Sonntag, 13. September 2015

Platanenfest mit Musik und Tanz



Hanau – (grü) Seit vielen Jahren lädt die Hanauer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie zum Platanenfest in die Julius Leberstraße. Ein Fest, das Berührungsängste zwischen Patienten und Besuchern abbauen soll. Dass diese Idee funktioniert und Begegnungen über alle Hindernisse hinweg möglich sind, zeigen die vollbesetzten Tische und Bänke im großen Innenhof der Einrichtung. Gemeinsames Feiern baut Vorbehalte ab und so haben die Organisatoren auch in diesem Jahr wieder ein großes Programm auf die Beine
gestellt. Infostände der Partnerorganisationen, Musikdarbietungen und Tanz so die Mischung die viele Gäste bei bestem Spätsommerwetter anzog. Musik mit Marvin Sconto etwa,  Lindy Hop, einem Swingtanz der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts oder einem Kurzkonzert von Volker Henf, Hanauer Musikgröße vergangener Tage. Für den Musiker ist der Auftritt  ein besonderer Moment, kennt er die Klinik doch auch aus dem Patientenblickwinkel. Als vor fünf Jahren die Lebensgefährtin starb, geriet das eigene Leben aus dem Gleichgewicht. Dies fand er mit Hilfe der betreuenden Ärzte und Pflegekräfte  wieder. „Ich suchte jemanden, der mir wieder auf die Beine hilft“, sagt er. „Während der Behandlung habe ich Zeit gewonnen. Zeit , die die Wunden heilt“, so Henf. Auch wenn der Schicksalsschlag schon einige Jahre zurückliegt, fühlt er sich dem Haus noch heute verbunden. „Musik habe ich immer gemacht“, sagt er und singt gefühlvolle Songs von Donovan oder Barry McGuire „so wie ich sie empfinde“. Rund 3800 Patienten versorgt das Klinikum jährlich. Viele nutzen das Angebot der ambulanten Stationen oder der Tagesklinik. „Ziel ist es, die stationäre Behandlung zu verkürzen“, sagt Prof. Thomas Schillen. Der Ausbau dieses Angebots wurde daher weiter verfolgt. Eine neue Station der ambulanten Versorgung kam dazu. „Viele Patienten brauchen die festen Stationen nicht so lange“, so Schillen. „Die ambulante Versorgung fördert die Autonomie der Patienten. Es ist leichter, freiwillig ein offenes Setting anzunehmen, wo man abends wieder in sein vertrautes Umfeld zurückkehren kann“.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen